Warum ich analog fotografiere

Es ist ein eigenartiger Moment, wenn man eine Kamera in die Hand nimmt, die nichts verspricht. Kein Display, keine Rückmeldung, keine Sicherheit. Nur Metall, Glas und eine Mechanik, die funktioniert – oder eben nicht. Analoge Fotografie beginnt genau dort, wo Kontrolle endet.,

Warum ich analog fotografiere

Es ist ein eigenartiger Moment, wenn man eine Kamera in die Hand nimmt, die nichts verspricht. Kein Display, keine Rückmeldung, keine Sicherheit. Nur Metall, Glas und eine Mechanik, die funktioniert – oder eben nicht. Analoge Fotografie beginnt genau dort, wo Kontrolle endet.,

Ich fotografiere nicht, um Bilder zu sammeln. Ich fotografiere, um langsamer zu werden. Film zwingt zur Entscheidung: jetzt oder gar nicht. Jeder Auslöser ist ein kleiner Vertrag mit der Zeit. Man weiß nicht, ob er hält.

Das Quadrat, das Korn, das Licht – all das ist kein Stilmittel, sondern Konsequenz. Analoge Fotografie ist kein nostalgischer Akt. Sie ist eine Haltung. Wer mit Film arbeitet, akzeptiert Fehler, Unschärfen, Überbelichtung. Und manchmal ist genau das der Moment, in dem ein Bild wahr wird.

Ich mag Kameras, die Geschichte haben. Nicht, weil sie alt sind, sondern weil sie bereits etwas gesehen haben. Eine Pentacon Six zum Beispiel zwingt mich, anders zu schauen. Schwerer. Bedachter. Weniger.

Dieser Text ist kein Leitfaden. Keine Technikübersicht. Kein Vergleich. Er ist ein Platzhalter für Bilder, Gedanken und Wege, die noch kommen. Vielleicht bleibt er fragmentarisch. Vielleicht wird er ersetzt. Beides wäre in Ordnung.

Analoge Fotografie ist kein Projekt. Sie ist eine Begleitung.

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